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Matrikelstiftung 2010
MuseumPasseier

Termine MuseumPasseier

Fotorückblick
 
Dienstag, 03. August 2010
 
Freitag, 06. August 2010
 

MuseumPasseier
Konzept

Das MuseumPasseier wagt sich an eine neue Interpretation von Andreas Hofer und der Rebellion von 1809. Die erweiterte Dauerausstellung zeigt die Ereignisse vor 200 Jahren aus einem außergewöhnlichen Blickwinkel: der Sicht von außen auf das Tirol zu Hofers Zeiten.

Was hat beispielsweise die Bayern bewogen, in ihrem neuen Tiroler Landesteil jene tiefgreifenden Reformen einzuführen, die dann den Aufstand der konservativen Bevölkerung auslöste? Wie haben die Bayern und die auf ihrer Seite stehenden Franzosen das „heilige“ Land Tirol gesehen? Und was hielt eigentlich das liberale, aufgeklärte Bürgertum in Städten wie Bozen, Meran, Innsbruck oder Trient von dem Kreuzzug ihrer Landsleute gegen die angeblich gottlose Aufklärung?

In der bisherigen Geschichtsvermittlung sind diese Fragen zu kurz gekommen. Ebenso sollen die Rollen des österreichischen Herrscherhauses, jene der Franzosen, der Sachsen und der Italiener hinterfragt werden, um dann über die Rolle der Passeirer immer näher an Andreas Hofer und seinem Umfeld heranzukommen.

Im Ausgangsbereich kommen der „Sandhof als Pilgerstätte“ sowie die Rezensionsgeschichte zur Sprache. 

Das MuseumPasseier löst die Rebellion von 1809 aus der bisher gewohnten Innenschau und stellt sie in einen weiter gefassten, europäischen Kontext. Dadurch wird es möglich, die Rolle von Andreas Hofer und seiner Mitkämpfer distanzierter zu sehen und sich von der eingeschränkten Sicht, die nur gute Tiroler und böse Feinde kennt, zu lösen. Das Handeln beider Seiten wird verständlicher. Auch wird den Besuchern bewusst, wie vergänglich doch häufig die Ursachen sind, die zu Kriegen führen. In dieser veränderten Optik wird Hofer zurecht gerückt und von übertriebenem Patriotismus und blinder Heldenverehrung befreit. Die neue Ausstellung lässt ihm jene Rolle, welche die Geschichte ihm gegeben hat, zeigt aber die Mechanismen auf, die aus einem Menschen „wie du und ich“ mit der Zeit einen Helden machen.

Ein Schwerpunkt der neuen Dauerausstellung ist dem Heldentum in Vergangenheit und Gegenwart gewidmet. Die neue Dauerausstellung möchte ein modernes Geschichtsbild vermitteln. Sie richtet sich nicht nur an Tiroler. Auch die Besucher von außerhalb Tirols, speziell aus jenen Gebieten, sie selbst zu Napoleons Reich gehörten, werden in dem Museum einen Ausschnitt ihrer Geschichte wiederfinden. Folgerichtig wird der neue Teil des MuseumPasseier durchgehend viersprachig (deutsch, italienisch, englisch, französisch) und leicht verständlich aufgebaut. Es setzt keine fundierten Geschichtskenntnisse voraus und möchte auch Kinder ansprechen.