Die Schildhöfe in PasseierDie Schildhöfe waren im Mittelalter adelige Ansitze, die sich als burgenartige „Steinhäuser“ von den Passeirer Holzbauten abhoben.
Ein Teil der Schildhöfe lässt sich auf Adelige zurückführen, die durch die räumliche Nähe zum Stammschloss Tirol in Passeier ihre Wohntürme errichteten. Ein anderer Teil geht auf Dienstleute der Landesfürsten zurück, welche Anfang des 14. Jahrhunderts zu „Schildherren“ erhoben wurden: Sie steuerten mit dem Adel, durften innerhalb ihrer Besitzungen frei jagen und fischen und ihnen war das Tragen von Schwert, Messer und Spieß auch in der Kirche und vor Gericht erlaubt.
Durch die Verlegung der landesfürstlichen Residenz von Meran nach Innsbruck 1420 verloren die Schildhöfe an Bedeutung. Die Höfe wurden zur Bewirtschaftung an Bauern weitergegeben, bis sie im 19. Jahrhundert in den völligen Besitz der Bauern kamen.
Anlässlich der Jahrhundertfeier 1909 wurden die Schildhöfler mit Schild und Hellebarde ausgerüstet, welche sie heute noch bei feierlichen Anlässen mitführen.
Die heute noch bestehenden 11 historischen Schildhöfe sind
Saltaus, Haupold, Granstein (Weingart), Kalm, Ebion, Baumkirch, Buchenegg, Gereut, Steinhaus, Happerg (Endhof) und Gomion.
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