TyRoll & Hans Haid: Ein Ötztaler Musikprojekt mit Poesie

Musik & Poesie zur ererbten und dennoch zukunftsträchtigen Ötztaler Kultur:

Der 75-jährige Volkskundler Hans Haid widmete den überwiegenden Teil seines  Lebens der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit seiner engeren Heimat, dem Ötztal. Der Ötztaler Dialekt bildete dabei stets einen Schwerpunkt. Gestützt auf unzählige Aufzeichnungen und Tondokumente, die er in akribischer Kleinarbeit zusammentrug und auswertete, erarbeitete Hans Haid jene sachlich untermauerten Grundlagen, die 2010 zur Anerkennung des Ötztaler Dialektes als immaterielles Kulturerbe durch die UNESCO führte.
Für Hans Haid bedeutet der Ötztaler Dialekt einen unverzichtbaren Bestandteil der Ötztaler Identität. Deshalb gilt sein Bemühen unter anderem, den nachfolgenden Generationen den Wert dieses Kulturgutes zu vermitteln und sie zu motivieren, diesen wichtigen und wertvollen Teil ihres Erbes und auch ihres gegenwärtigen Lebens für die Zukunft zu bewahren. Für den gebürtigen Ötztaler bildet der Dialekt seine Muttersprache, Hochdeutsch erlernt er, selbst heute noch, oft als „erste lebende Fremdsprache“ beim Eintritt in Kindergarten oder Schule.

Jene, die als Angehörige einer dieser Folgegenerationen diese Überzeugung mittragen, sind Marlon Prantl und die Mitwirkenden an seinem ambitionierten alpinen Musikprojekt TyRoll. Die Band intoniert neue und alte Volxmusik und tritt sowohl unter Einsatz modernster Bühnentechnik, wie auch „unplugged“ vor ihr Publikum.
Mit TyRoll verwirklicht der Ötztaler Musiker Marlon Prantl sein ehrgeiziges Vorhaben, den Kreis zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft musikalisch zu schießen. Traditionelles Volksmusikgut und Weltmusik verschmelzen dabei in zeitgemäßen Arrangements. Die selbstkomponierten Songs im Ötztaler Dialekt begeistern dabei das Publikum. Auch wenn die Zuhörerschaft die Bilder die TyRoll musikalisch und im Dialekt vom Ötztal zeichnet, sprachlich nicht immer sofort versteht, so werden doch die darin enthaltenen Emotionen verlustfrei transportiert. TyRoll stützt sich dabei auf die These: „Musik ist die Sprache des Herzens und wird überall auf der Welt verstanden“. Eine These, die die rasch wachsende internationale Fangemeinde nachhaltig untermauert.

TyRoll & Hans Haid treten an, um den Ötztaler Dialekt, einen wertvollen Teil ihrer ererbten und dennoch so modernen und zukunftsträchtigen Ötztaler Kultur, über die Grenzen Tirols hinauszutragen. Authentizität – so lautet dabei die oberste Prämisse. Das mit viel Sorgfalt zusammengestellte Programm darf deshalb zu Recht als ehrlicher, anspruchsvoller und gleichzeitig unterhaltsamer Kulturgenuss angesehen werden. Musik und Texte schildern das Ötztal der Gegenwart und führen zurück zu den Wurzeln. TyRoll und Hans Haid definieren sich als verantwortungsvolle Botschafter des Ötztaler Dialektes, der offiziell als älteste Sprache Österreichs gilt und von der UNESCO 2010 als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. Sie verdeutlichen dabei dem Publikum einen Teil jener lebendigen Identität, die die Bevölkerung des Tales mit großem Stolz tief in sich trägt. Dabei wird Kritik an der Entwicklung des Tales ebenso thematisiert, wie die allgegenwärtige Freude darüber, in jenem herrlichen Tal geboren zu sein und leben zu dürfen, dem Heerscharen von Touristen Jahr für Jahr die wertvollste Zeit des Jahres – ihren hart erarbeiteten Urlaub – schenken. In insgesamt rund 3,5 Millionen Nächten und ebenso vielen Tagen genießen alljährlich Gäste aus allen Teilen dieser Erde den Erlebnisreichtum, die Vielfalt und die Schönheit des Ötztals. Von den Wiesen entlang der tosenden Ache bis hinauf ins Reich der majestätischen Gipfel mit ihren Kronen aus ewigem Eis.