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MuseoPassiria

Manifestazioni MuseoPassiria


sabato, 18 settembre 2010
giovedì, 14 ottobre

MuseoPassiria
19/20. Februar 2010

Andreas Hofers letzter Weg nach Mantua

27.- 28. Jänner: St. Leonhard, Pfandler Alm
In der Nacht vom 27. auf den 28. Jänner 1810 wurde Andreas Hofer, seine Frau Anna, sein Sohn Hans und sein Schreiber Kajethan Sweth auf der Pfandleralm („Aawåld“ genannt) von Franzosen und Italienern gefangen genommen. Der französische General Huard meldete die Verhaftung des „Barbone“ sonderbarerweise bereits am 27. Jänner. Er ordnete an, Hofer in die „Festungsstadt“ Mantua zu bringen, die zu der Zeit unter französischer Herrschaft stand und wo zahlreiche Tiroler Gefangene inhaftiert waren.

28. Jänner: Meran
Am Sonntag wurden die Gefangenen im Triumphzug durch die Stadt Meran geführt, begleitet von etwa 1500 Franzosen und türkischer Musik. Im „Goldenen Adler“ (heute: Graf von Meran) wurde Hofer verhört. Übernachtet soll er im nahe gelegenen „Hilpoldhaus“ am Rennweg haben. Anna Ladurner gab 1820 zu Protokoll, in Meran wäre ihrem Mann Geld abgenommen worden.

 29. Jänner: Bozen
In Bozen war Hofer öfters mit dem Müllermeister Josef Rössler und dem Mondscheinwirt Handelsbeziehungen eingegangen, den Merkantilmagistrat hatte er um Darlehen gebeten und sich dabei verschuldet. Im Juli 1809 befand sich in Bozen sein „stehendes Hauptquartier“. Auf dem Weg nach Mantua wurden die Gefangenen in dem Eckhaus Bindergasse/Vintlergasse („St. Afra“) interniert. Hofers Frau und Sohn kamen auf Fürsprache der angesehenen Bozner Familie Giovanelli nach einem Aufenthalt im Spital zum Sandhof zurück.

30. Jänner: Neumarkt
Am 30. Jänner kamen Hofer und Sweth am Nachmittag in der Marschstation Neumarkt an. Sie wurden im Gerichtsgefängnis (heute: Renzihaus) in den Lauben einquartiert, vermutlich in den wärmeren Zellen des Obergeschosses. Hier besuchte ihn sein Freund Vinzenz von Pühler, der ihm Kleidung, Geld und ein Gebetsbüchlein schenkte. Hofer verfasste ein Bittschreiben an General d`Hilliers und seinen letzten Brief an seine Frau, in dem er die gute Behandlung von Seiten der französischen Offiziere erwähnt und im Vertrauen auf Gott die Hoffnung ausspricht, seine Familie wieder zu sehen.

31. Jänner: Trient
Am Domplatz in Trient wurden die Gefangenen von einer großen Menschenmenge bestaunt. Über den Ort der Einquartierung und Übernachtung gibt es keine genauen Angaben. Die Stadt stand den Aufständen misstrauisch und ablehnend gegenüber und Andreas Hofer hatte bereits am 24. April 1809 eine Nacht in Trient verbracht.

1. Februar: Rovereto
Untergebracht war Hofer in Rovereto vermutlich in der alten Kaserne.
„Überall, wo die Franzosen mit dem gefangenen Andreas Hofer vorbeikamen, liefen die Menschen herbei, teils weinend, klagend und ihn segnend“, heißt es in historischen Schriften. In Rovereto war Hofer knapp ein Jahr zuvor, am 26. April 1809, als Befreier eingezogen, nachdem er zusammen mit dem österreichischen General Chasteler die Franzosen bei Volano angegriffen und später nach Süden verfolgt hatte.

2. Februar: Ala
In der südlichsten Stadt des ehemaligen Tirol wurden Hofer und Sweth im Palazzo Taddei eingekerkert. Als hier angeblich aus einem Ofen Kohlenmonoxyd austrat, soll Hofer die sich bietende Gelegenheit einer Flucht nicht genutzt, sondern einen vom Rauch betäubten Offizier aus dem Zimmer getragen haben. Auch ein Fleischgericht soll der gläubige Sandwirt in Anbetracht des Fasttages (Freitag) verweigert haben.

3. Februar: Verona
Die Heeresstraße führte damals weiter in Richtung Verona, wo Hofer offensichtlich eine weitere Nacht verbrachte. Genaueres weiß man hierzu nichts.

4. Februar: Peschiera, Valleggio, Borghetto
Die Verbindung nach Mantua führte damals über Peschiera, wo Andreas Hofer vermutlich in der Festung Halt machte. Im sieben Kilometer entfernten Valleggio kommt der Palast Guarienti, wo sogar Napoleon zeitweise sein Quartier hatte, als Unterkunftsstätte in Frage. Näheres ist dazu nicht bekannt. Ebenso offen bleibt, warum das so nahe liegende Borghetto als ein weiterer Aufenthaltsort von Hofer auf seinem Weg nach Mantua genannt wird.

5. Februar: Mantua
Die Gefangenen wurden auf der Straße entlang des Mincio nach Mantua gebracht, wo sie gegen Abend in der sogenannten Zitadelle, einem als Festung eingerichteten Brückenkopf außerhalb der Stadt, ankamen. Hier befand sich der Al-Vaso-Turm mit mehreren Gefängniszellen, in welchem die Tiroler untergebracht waren. Hofer und Sweth sollen vom Festungskommandanten Bisson die „für ranghöhere Gefangene vorbehaltene Zelle Nr. 1“ im oberen Stock des Gefängnisses zugewiesen erhalten haben.

Der gefangene Andreas Hofer in Mantua

Halbherzige Bemühungen
Während Hofer in seiner Zelle in Mantua ausharrte, arrangierte der österreichische Außenminister Metternich eine Ehe zwischen der 18-jährigen Kaisertochter Marie Louise und dem 41-jährigen Napoleon. Für den 11. März 1810 wurde die Ferntrauung angesetzt.
Über Hofers Gefangennahme war man am Hof in Wien bereits am 9. Februar informiert. Aber erst drei Tage später wies Kaiser Franz seinen Botschafter umständlich per Hauspost an, die Botschaft in Paris mit dem Fall zu betrauen. Es vergingen zwei weitere Tage, bis der Brief aufgesetzt wurde: Der Gesandte in Paris solle sich „mit allen Mitteln“ für Hofer einsetzen. Ob dieses Bittschreiben oder vielleicht gar eine persönliche Fürsprache des Kaisers bei Napoleon etwas genutzt hätten, ist fraglich. Jedenfalls war der Brief per Reitboten nicht vor dem 18. Februar in Paris. Frühestens am 19. hätte der dortige Botschafter einen Termin für eine Vorsprache beim Außenministerium Napoleons bekommen können. Zu spät für die am Vormittag des 20. Februar in Mantua angesetzte Erschießung Hofers.

„Prozess“ und Erschießung
Der Sandwirt genoss bei den Mantuanern, unter denen viele österreichfreundlich gesinnt waren, zahlreiche Sympathien. Sie sammelten 5.000 Scudi für die Freilassung von Andreas Hofer.
Dessen ungeachtet kam es am Montag, den 19. Februar zum Prozess in französischer Sprache im „Salone degli Antenati“ des Palazzo d’Arco (und nicht im „Papier peints“, das traditionell „Hofer-Saal“ genannt wird).
Weder Hofer noch sein „Pflichtverteidiger“ Joachim Basevi konnten die Anklage leugnen: Hofer habe auch nach der Friedensproklamation den Aufstand angeführt und zum Zeitpunkt der Verhaftung Waffen bei sich gehabt. In erster Linie aber wurde Hofer wegen der Kollaboration mit dem Feind Österreich verurteilt, die laut französischem Kriegsrecht für ein Todesurteil ausreichend war. Trotzdem war es kriegsrechtlich nicht unbedenklich, dass der Sandwirt als bayerischer Staatsbürger (!) vor ein französisches Gericht gestellt wurde.
Das Militärgericht der Armée d`Italie brauchte am Nachmittag des 19. Februar 1810 im Palazzo d`Arco nicht lange, um das Urteil zu fällen: Todesstrafe, zu vollstrecken innerhalb von 24 Stunden. Im Grunde war Hofers Anwalt nur „pro forma“ ernannt worden, denn das zu sprechende Urteil war auf telegrafischem Weg am Vortag in Mantua eingetroffen: Napoleon höchstpersönlich hatte die Erschießung Andreas Hofers am 11. Februar in Paris angeordnet. Nach Ende des Prozesses gegen 17.30 Uhr wurde das Todesurteil dreisprachig auf 500 Plakate gedruckt, welche zur Abschreckung anderer Rebellen dienen sollten.

Der 20. Februar 2010
Kurz nach Mitternacht verkündete General Graf Bisson in Begleitung von sieben Offizieren das Todesurteil an Andreas Hofer. In den frühen Morgenstunden verabschiedete sich der Sandwirt von seinem Schreiber, schrieb seinen letzten Brief an Vinzenz von Pühler und erhielt geistlichen Beistand durch Probst Giovanni Manifesti. Diesem schenkte nach seiner Abführung zu seiner Hinrichtungsstätte, einer Wiese neben der Porta Maggiore (heute: Porta Giulia), ein Kruzifix und einen Rosenkranz.
Um Andreas Hofers Erschießung kursieren viele Legenden: Einige verdankt der Sandwirt ausgerechnet einem Franzosen, dem Hauptfeldwebel Michel Eiffes, der die Exekution leitete. Jahre später erzählte Eiffes seinem Enkel die Erschießungsszene, die dieser dann 1848 so wiedergab: „Mit schwerem Herzen führte ich den Auftrag aus. Hofer lehnte es ab, sich die Augen verbinden zu lassen. Er selbst befahl ‚Feuer!’ und die zu bewegten Grenadiere schossen so schlecht, dass ich gezwungen war, ihm einen dreizehnten Schuss zu geben. Das war das Ende eines Tapferen...“
Die Erschießung war zur Mittagszeit und hatte wie in der „Gazzetta di Mantova“ geschrieben stand, „vor den Augen vieler Menschen“ stattgefunden. Begraben wurde der Leichnam im Friedhof von San Michele in Mantua. Der Priester Alessandro Borghi verfasste die Todesurkunde und sorgte für einen Grabstein. Zehn Jahre später wurde der Friedhof aufgehoben, das Grab Hofers aber blieb erhalten, bis die Gebeine am 9. Jänner 1823 heimlich durch Kaiserjäger-Offiziere exhumiert und nach Tirol gebracht wurden. Am 21. Februar 1823 wurden die Überreste Hofers feierlich in der Innsbrucker Hofkirche beigesetzt.
Der Andreas-Hofer-Bus in Mantua, 19./20. Februar 2010
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